… Gargoyle’s Quest

In meinem ersten „Meine Gedanken zu...“-Artikel möchte ich mich dem Game Boy Spiel Gargoyle’s Quest widmen. Es ist eines der Spiele welches mir besonders am Herzen liegt. Das trifft zwar auf einen ganzen Haufen von Spielen zu aber nichtsdestotrotz mindert das nicht die Hingabe zu einzelnen Spielen.

Aber zunächst zurück zu den Anfängen. Gargoyle’s Quest war eines der ersten Spiele, die ich auf dem Game Boy gespielt habe. Selbst kaufen war nicht drin also habe ich es mir von einer Freundin aus der Grundschule geliehen. Überhaupt gehen die meisten tiefgreifenden RetroLiebschaften auf von ihr geliehene oder bei ihr gespielte Spiele zurück. Dazu aber später mehr.
Warum auch immer ich so eine große Begeisterung für dieses scheiß schwere aufgebracht habe. Ich habe es stundenlang gespielt. Immer und immer wieder kämpfte ich mich durch die unzähligen Zufallskämpfe und die schweren Dungeons. Dies zog die gesamte Spielzeit natürlich ordentlich in die Länge. Aber wen störte das damals schon solange das Spiel fesselnd war? Heutzutage würden Entwickler mit so einem „kurzen“ Spiel vermutlich nicht mehr davon kommen und dich einen ordentlichen Shitstorm einheimsen. Aber auch das ist ein anderes Thema.

Woher kam aber diese Begeisterung für dieses Spiel?
Zum einen hatte ich meinen eigenen Game Boy zu diesem Zeitpunkt noch nicht sehr lange. Der Kampf mit meinen Eltern hatte sich irgendwann ausgezahlt und zu meinem elfte Geburtstag schenkten sie mir endlich einen eigenen! Zum anderen war der chronische Geldmangel der einen in diesem Alter so plagt ein Grund für den latenten Spielemangel im Regal. Dass ist vermutlich auch der Grund warum ich mich an jedes Spiel klammerte welches mir in die Finger kam. Manchmal wusste man ja auch nicht was einen so erwartet wenn man sich nicht über Fachliteratur ausgiebig im voraus informierte.
Aber dieses Spiel war mehr. Es war unheimlich fesselnd. Jeder gescheiterte Versuch verlangte ein weiteres Betreten des Ghoul Realms. Jeder noch so kleine Fortschritt würde innerlich frenetisch gefeiert. Am Anfang schaffte ich es nicht mal bis zum ersten Boss. Das Schweben in der Luft war mir einfach fremd. Damals gab es für mich nur laufen, springen und schießen. Wie bei Super Mario Land halt. Doch hier bedurfte es mehr als das.

Zusätzlich zu den oben beschriebenen Fortbewegungsmethoden musste man Firebrands Flügelkraft nutzen um größere Abgründe oder Stachelansammlungen zu überbrücken. Genau so einen Stachelhaufen gab es bereits im ersten Level. Man wurde von den Entwicklern also direkt an alle wichtigen Funktionen herangeführt. Und zwar auf die harte Tour. Denn die Anzahl der Leben und Lebenspunkte war sehr beschränkt und war mit ein Grund für viele Game Over Screens.
Hier kam aber zum Glück das Passwort System zu Hilfe. Wenn man denn bis in die nächste Stadt überhaupt kam. Je nach Häufig- und Schwierigkeit der Zufallskämpfe gestaltete sich allein das Umherstreifen auf den Weltkarte als Herausforderung. Überhaupt die Weltkarte. Ein weiteres neues Detail welches ich vorher aus keinem andere Spiel kannte. Wahrscheinlich war dort die Wiege meiner Begeisterung für Rollenspiele und Action-Adventure geboren. Es gab Städte, NPCs mit denen man sogar interagieren konnte, versteckte Gegenstände und Höhlen bzw. Paläste die wiederum Level beherbergten. Es war einfach eine Pracht.

Letztlich weiß ich nicht mehr wie lange ich gebraucht habe, um das Spiel endlich zu bezwingen. Aber ich weiß das es in einem Oktober war, denn auf meinem zusammengeklebten und faltbaren Riesenzettel mit Passwörten und wer weiß noch alles habe ich damals eine Dicke Notiz mit Datum gemacht. 24. Oktober Spiel endlich geschafft!
War das eine Genugtuung!

Seitdem spiele ich es immer mal wieder. Zum einen um in diesen vergangenen Erinnerungen zu schwelgen aber hauptsächlich um einfach mal wieder dieses grandiose Spiel zu erleben. Es hat für mich bis heute nichts von seinem Charm von damals verloren.

Mittlerweile habe ich mich sogar im Speedrunning versucht. Auf Speedrun.com findet man auch diese Perle. Allerdings finde ich dieses Spiel ist dort maßlos unterrepräsentiert. Ich bin auf Platz 13! Von 14…
Aber von „Ich komme nicht durchs erste Level“ vor 25 Jahren zu 33min und 22s ist gar nicht mal so schlecht. 😀
Hier könnt ihr euch meinen Run anschauen: Platz 13 bei Speedrun.com

RetroLotti

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